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24.06.2016

Kontakt:

Fritz-Wunderlich-Gesellschaft e.V.
Marktstraße 27
66869 Kusel

Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 14 bis 17 Uhr 

Tel:
0049 (0)6381 - 82 22

E-Mail:
info@fritz-wunderlich-ges.com

Biografie

 

1930

Am 26. September geboren in Kusel in der Pfalz, als zweites Kind des Musiker-Ehepaares Paul Edmund und Anna Wunderlich. Nach dem Tod des Vaters (1935) unterstützt er schon im jugendlichen Alter seine Mutter beim Broterwerb, indem er regelmäßig bei Tanzmusiken spielt (Akkordeon, Waldhorn).

 

1947/48

Erste Auftritte mit der Theatergruppe des Kulturrings in Kusel: Weihnachtsmärchen, Operetten-Konzerte, Humperdincks "Hänsel und Gretel" (Peter). 

 

1950-55

Studium an der Musikhochschule in Freiburg: Gesang bei Margarethe von Winterfeldt, Horn bei Lothar Leonards, Klavier bei Friedrich Finke. Das Studium finanziert er sich mit Tanzmusik.

 

1952/53

Erste Engagements: Bachs "Weihnachtsoratorium" in Esslingen, Liederabende und Konzerte in der Pfalz.

 

1953/54    

Erste Rundfunk-Aufnahmen: Operetten-Lieder beim SWF Kaiserslautern (Leitung: Emmerich Smola).

 

1954  

Rollen-Debüt als "Tamino" in einer Freiburger Hochschul-Aufführung der "Zauberflöte".

 

1955    

Engagement als lyrischer Tenor an die Württembergischen Staatstheater in Stuttgart durch Walter Erich Schäfer. Debüt bei den Sommerlichen Musiktagen in Hitzacker in Monteverdis "Orfeo" unter der Leitung von August Wenziger; anschließend Aufnahme der Aufführung von der Archiv Produktion der Deutschen Grammophon Gesellschaft. Am 30. September Bühnen-Debüt in Stuttgart: "Eisslinger" in Wagners "Meistersinger".

 

1956

Einspringen für Josef Traxel als "Tamino" in der "Zauberflöte". Erstaufführung von Orffs "Antigone" (Regie: Wieland Wagner, Dirigent: Ferdinand Leitner). Bei den Proben zu "Antigone" lernt er die Harfenistin Eva Jungnitsch kennen, die er wenige Monate später heiratet. Exklusivvertrag mit dem Europäischen Phono-Club Stuttgart: Opern-Querschnitte und Lied-Aufnahmen, daneben auch Einspielungen von Bach-Kantaten unter dem Pseudonym Werner S. Braun.

 

1957

Geburt seines ersten Kindes (Constanze). Szenische Aufführung von Händels "Jephta" (Regie: Günther Rennert). Stuttgart-Gastspiel bei der XX. Biennale in Venedig mit Egks Oper "Der Revisor", Rollen-Debüt als "Ferrando" in "Così fan tutte". Debüt an der Bayerischen Staatsoper München ("Belmonte" in "Die Entführung aus dem Serail").

 

1958

Erster internationaler Festspiel-Sommer: Debüts in Aix-en-provence ("Die Zauberflöte") und in Edinburgh ("Die Entführung aus dem Serail" und "Der Wildschütz"; Stuttgart-Gastspiel). In Stuttgart u. a. Rossinis "Barbier" in einer Neuinszenierung von Günther Rennert. Platten-Vertrag mit EMI Electrola.  

 

1959

WDR Köln: Händels "Alcina" mit Joan Sutherland. Geburt des zweiten Kindes (Wolfgang). Internationaler Durchbruch: Debüt bei den Salzburger Festspielen als "Henry" in der "Schweigsamen Frau" von Richard Strauss (Regie: Günther Rennert, Dirigent: Karl Böhm, Titelpartie: Hilde Güden). Debüt an der Wiener Staatsoper ("Die Zauberflöte" unter Böhm). Deutsche Erstaufführung von Janáčeks "Broucek" in München, Uraufführung von Orffs "Oedipus der Tyrann" in Stuttgart. TV-Übertragung von Rossinis "Barbier" aus dem Münchner Cuvilliéstheater (Prey, Köth, Hotter, Proebstl; Keilberth).

 

1960

Wechsel von Stuttgart nach München. "Mozart-Requiem" unter Herbert von Karajan in Berlin. "Don Giovanni" in Köln (Prey, Grümmer; Sawallisch). Wiener Festwochen: Beethovens "Neunte" unter Otto Klemperer, Mahlers "Lied von der Erde" unter Karajan und Mahlers "Achte" unter Keilberth. Salzburger Festspiele: "Die Zauberflöte" unter Keilberth. Stuttgart: "Verdi-Requiem" unter Hans Müller-Kray, Rollen-Debüt als "Alfred" in der "Fledermaus".

 

1961

München: Neuinszenierung von Donizettis "Don Pasquale" mit Kurt Böhme. Stuttgart: Günther Rennert inszeniert Rossinis "Der Türke in Italien". Hamburg: "Matthäus-Passion" unter Keilberth. London: Mahlers "Lied von der Erde" mit Christa Ludwig unter Klemperer. Salzburg: "Entführung aus dem Serail". Münchner Festspiele: "Don Giovanni" mit George London. Debüt am Teatro Colón in Buenos Aires: "Die schweigsame Frau" mit Ingeborg Hallstein und "Die Entführung aus dem Serail" mit Anneliese Rothenberger. München: Neuinszenierung von Tschaikowskys "Eugen Onegin" (Prey, Bremert, Fassbaender, Yahia; Keilberth).

 

1962 

Erster Liederabend in Wien. "Matthäus-Passion" unter Böhm im Wiener Musikvereins­saal. Hamburg: "Don Giovanni" (London, Grümmer; Schmidt-Isserstedt). München: Neuinszenierung "Die schweigsame Frau" mit Ingeborg Hallstein. Gesamtaufnahme von Händels "Xerxes" für den Bayerischen Rundfunk. TV-Übertragung "Eugen Onegin.

 

1963 

Umfangreicher Gast-Vertrag mit der Wiener Staatsoper. TV-Produktion von Pergolesis "Der Musikmeister" im Schönbrunner Schlosstheater. München: Erster Liederabend, Bachs "Matthäus-Passion" unter Karl Richter. Intensive Arbeit an der Lied-Gestaltung mit Hubert Giesen. Paris: Stuttgart-Gastspiel mit Orffs "Oedipus der Tyrann". Liederabend im Theater an der Wien mit Heinrich Schmidt. Zu Gast bei Robert Lembke in Was bin ich?. Neuproduktion von "Don Giovanni" in Wien (Wächter, Price, Güden, Berry, Sciutti, Panerai; Karajan). Absage diverser Verpflichtungen (u. a. Salzburger Festspiele) wegen einer Kiefernhöhlen-Operation. TV-Produktion von Egks "Columbus" (BR). Neuinszenierung von "La Traviata" in Stuttgart (Titelrolle: Ruth-Margret Pütz). Wiedereröffnung des Münchner Nationaltheaters: Wunderlich singt in der Uraufführung von Egks "Die Verlobung in San Domingo".

 

1964

Exklusivvertrag mit der Deutschen Grammophon Gesellschaft. Aufnahme der "Schönen Müllerin" für den SDR. Wien: "Matthäus-Passion" unter Richter, Capriccio-Duette mit Lucia Popp, "Rosenkavalier"-Auftritte neben Elisabeth Schwarzkopf und Sena Jurinac, "Frau ohne Schatten"- Premiere unter Karajan (Rysanek, Thomas, Ludwig, Berry, Hoffman), "Daphne"-Premiere unter Böhm (Güden, King, Schöffler). Geburt des dritten Kindes (Barbara). Fünf Konzerte mit Mahlers "Lied von der Erde" (Fischer-Dieskau; Keilberth). Liederabend-Tournee mit Hubert Giesen. Berlin: Gesamtaufnahme der "Zauberflöte" unter Böhm. Buh-Sturm gegen die neue "Zauberflöte" in München (Regie: Harry Buckwitz). Rollen-Debüt als "Palestrina" in Wien (Regie: Hans Hotter, Dirigent: Robert Heger). TV-Produktion "Daphne" (Woytowicz, King, Frick; Keilberth).

 

1965

München: Produktion der Platten-Alben "Welterfolge großer Tenöre" und "Du bist die Welt für mich" (Polydor), Neuproduktion von "La Traviata" mit Teresa Stratas und Hermann Prey. London: "Don Giovanni" (Wächter, Lorengar; Kempe). Salzburg: Giorgio Strehlers Neuinszenierung der "Entführung" (Rothenberger, Grist, Unger, Corena; Mehta), Liederabend mit Hubert Giesen, Haydns "Schöpfung" unter Karajan. Wien: In Wieland Wagners Neuinszenierung der "Salome" mit Anja Silja singt Wunderlich den "Narraboth". München: Gesamtaufnahmen "Entführung" (Köth, Böhme; Jochum) und "Weihnachtsoratorium" (Janowitz, Ludwig, Crass; Richter).

 

1966

Berlin: Aufnahmen unter Karajan (Beethovens "Missa solemnis" und Teile aus Haydns "Schöpfung"), "Die Zauberflöte" an der Deutschen Oper, Liederabend. Wien: Neuproduktion von Rossinis "Barbier" unter Böhm, Aufnahmen von Wiener Liedern unter Robert Stolz. München: Eine neue "Zauberflöte" im Cuvilliéstheater (Rothenberger, Prey, Crass; Dohnányi). Salzburg: Wiederaufnahme "Entführung". Edinburgh Festival: "Die Zauberflöte".

 

4.9.1966

Letzter Liederabend (Usher Hall, Edinburgh).

 

17.9.1966

Wunderlich stirbt an den Folgen eines Unfalls.

 

(Klassik-Art, 2010)